Am 8. November 2024 fand im Palast der Republik in Chișinău das dritte Konzert von Violinschülerinnen der Zakhar Bron School of Music statt, im Rahmen der laufenden Zusammenarbeit der Schule mit der Nationalphilharmonie Moldawiens unter der Leitung des Chefdirigenten Maestro Mihail Agafița.
Drei junge Geigerinnen des ZBSM Professional Programme – Kimia Corke (13), Nina Gringolts (16) und Sophie Branson (18) – präsentierten ihre Interpretationen von drei Meisterwerken des Violinrepertoires: Violinkonzert Nr. 3 in G-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart, Violinkonzert Nr. 1 von Sergej Prokofjew sowie das Violinkonzert von Johannes Brahms.
Kimia Corke, die jüngste Solistin des Abends, interpretierte Mozarts Violinkonzert Nr. 3 in G-Dur – ein Werk, das oberflächlich leicht erscheinen mag, jedoch höchste Reinheit der Intonation, feinen Geschmack und ein tiefes Verständnis des klassischen Stils erfordert.
Im ersten Satz zeigte Kimia einen klaren, edlen Ton und eine natürliche Phrasierung. Sie entwickelte einen feinen Dialog mit dem Orchester, sodass sich die Solostimme organisch in den Gesamtklang einfügte.
Der zweite Satz wurde zum emotionalen Zentrum ihrer Interpretation: zurückhaltende, tief empfundene Lyrik, feine dynamische Nuancen und innere Konzentration schufen eine kammermusikalische Intimität.
Das Finale war leicht, elegant und von tänzerischem Charakter geprägt. Kimia bewältigte die schnellen Passagen mit Sicherheit und bewahrte dabei Klangklarheit und musikalischen Ausdruck. Kontrastierende Abschnitte gestaltete sie lebendig und mit künstlerischem Feingefühl, und die gesamte Darbietung überzeugte durch stilistische Integrität und Reife.
Das Publikum reagierte mit großer Begeisterung auf alle drei Auftritte und hob nicht nur das hohe technische Niveau der Geigerinnen hervor, sondern auch ihre musikalische Reife, Ausdruckskraft und ihr tiefes Stilverständnis – Qualitäten, die in diesem Alter besonders bemerkenswert sind.
Prokofjews Erstes Violinkonzert zählt zu den Schlüsselwerken des Violinrepertoires des 20. Jahrhunderts. Es vereint feine Lyrik, groteske Elemente und innere Spannung und verlangt von der Solistin neben technischer Meisterschaft auch ein ausgeprägtes Stilgefühl.
In Ninas Interpretation entfaltete sich der erste Satz wie eine fragile, beinahe traumhafte Vision. Sie erfasste den poetischen und flüchtigen Charakter des Werkes und gestaltete den musikalischen Verlauf mit großer Sensibilität für orchestrale Farben und das Zusammenspiel.
Im zweiten Satz zeigte sie brillante Virtuosität, wählte ein sehr schnelles Tempo und bewahrte dabei Präzision und Klarheit.
Der Schlusssatz wurde zu einer natürlichen Fortsetzung des ersten – reifer und introspektiver im Charakter – und endete in einem nahezu schwerelosen Verklingen, das Nina mit bemerkenswerter künstlerischer Feinheit gestaltete.
Im Rahmen ihrer Vorbereitung auf einen bevorstehenden Auftritt in der Tonhalle Zürich spielte Sophie den ersten Satz von Johannes Brahms’ Violinkonzert – eines der bedeutendsten Werke des romantischen Violinrepertoires. Ihre Interpretation war von einer klaren architektonischen Gestaltung und einem ausgeprägten Formgefühl geprägt und verband strukturelle Klarheit mit expressiver Tiefe. Die Virtuosität blieb dabei vollständig in den musikalischen Verlauf integriert und kulminierte in einer Kadenz, die sowohl gefestigt als auch reich an Ausdruck war.
Sophie, Nina und Kimia studieren Violine an der Zakhar Bron School of Music in Zürich in der Klasse von Liana Tretiakova, Gründerin der Schule und leitende Geigenlehrerin.
Sophie begann ihre musikalische Laufbahn im Alter von dreieinhalb Jahren im Jahr 2010 – dem Gründungsjahr der Schule – bei Liana. In den vergangenen vierzehn Jahren hat Liana sie von den ersten Schritten bis zum anspruchsvollsten professionellen Repertoire geführt, darunter Brahms’ Violinkonzert.
Nina, die Tochter des weltberühmten Geigers Ilya Gringolts, trat der Schule vor elf Jahren, im Jahr 2013, bei. Wie ihr Vater strebt sie eine Karriere als Solistin an und sieht ihre Zukunft auf der Konzertbühne.
Kimia, eine strahlende und außergewöhnlich talentierte junge Geigerin, begann ihr Studium bei Liana erst vor vier Jahren, im Jahr 2020, und hat seitdem bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Trotz ihres Wohnsitzes im Kanton Genf reist ihre Familie jede Woche für den Unterricht nach Zürich und kehrt am selben Tag zurück.
Das Musizieren mit einem Sinfonieorchester gehört zu den wichtigsten Entwicklungsstufen einer jungen Musikerin. Es erfordert nicht nur technische Reife, sondern auch innere Sicherheit, die Fähigkeit zuzuhören und ein großes Ensemble zu führen.
Solche Konzerte stellen einen bedeutenden Schritt in Richtung einer professionellen Laufbahn dar – und für ZBSM-Schülerinnen sind sie keine Ausnahme, sondern ein wesentlicher Bestandteil ihrer künstlerischen und musikalischen Entwicklung.
Wir sind sehr stolz darauf, dass unsere Schülerinnen die einzigartige Möglichkeit haben, mit dem Nationalphilharmonischen Orchester Moldawiens aufzutreten, und freuen uns darauf, diese fruchtbare Zusammenarbeit auch in Zukunft fortzusetzen.
Tags: Kimia Corke, Liana Tretiakova, Mit Video, Nina Gringolts, Sophie Branson
Kategorien: Konzerte mit Orchester