Die 13-jährige ZBSM-Professional-Programme-Geigenschülerin Kimia Corke gewann den dritten Preis beim V. Ilona-Fehér-Internationalen Violinwettbewerb, der vom 4.–14. Juli 2024 an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest stattfand. Darüber hinaus erhielt sie einen Sonderpreis für die beste Interpretation von ‘In Memory’ von Shlomo Mintz.
Benannt nach der renommierten ungarischen Geigenpädagogin Ilona Fehér, bringt der Ilona-Fehér-Internationale Violinwettbewerb junge Geigerinnen und Geiger aus aller Welt zusammen. Der Wettbewerb findet an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest im Rahmen der Festival Academy Budapest statt und wird seit 2017 alle zwei Jahre veranstaltet.
Der Wettbewerb besteht aus drei Runden: Die erste Runde umfasst ein Solo-Rezitalprogramm mit Werken für Violine und Klavier sowie Sololiteratur für Violine; die zweite Runde präsentiert ein längeres Rezitalprogramm mit Kammermusik und virtuosen Werken; und in der Finalrunde erhalten die ausgewählten Finalistinnen und Finalisten die Möglichkeit, mit einem Kammerorchester aufzutreten.
Die Ausgabe 2024 brachte 42 junge Geigerinnen und Geiger aus 18 Ländern zusammen, die in zwei Alterskategorien antraten: unter 15 Jahren sowie 15–22 Jahre. Für Kimia war es ihr Debüt bei diesem Wettbewerb – und dieses Debüt wurde mit zwei prestigeträchtigen Preisen gekrönt.
Kimia eröffnete den Wettbewerb mit einem Programm, das Eleganz und Virtuosität verband. Ihr Repertoire in der ersten Runde umfasste:
Ihre Interpretation von Mozart war von Klarheit, stilistischer Raffinesse und natürlicher musikalischer Phrasierung geprägt und vermittelte die Eleganz und Ausgewogenheit des klassischen Stils.
Im Kontrast dazu brachte Saint-Saëns’ Introduction et Rondo capriccioso Brillanz, Virtuosität und dramatische Ausdruckskraft. Die funkelnden Passagen des Werkes unterstrichen Kimias technische Sicherheit und ihre starke Bühnenpräsenz und zogen das Publikum sofort in ihren Bann.
Diese Darbietung sicherte ihr einen Platz in der Halbfinalrunde des Wettbewerbs.
Im Halbfinale präsentierte Kimia ein anspruchsvolles und vielseitiges Programm:
In Bach zeigte Kimia Klarheit, Artikulation und stilistisches Feingefühl und gestaltete jede Phrase mit Präzision und musikalischer Eleganz.
Das Finale von Bruchs Konzert bildete dazu einen dramatischen Kontrast und wurde mit Leidenschaft, starkem rhythmischem Impuls und lebendiger Energie interpretiert.
Einer der eindrucksvollsten Momente des Abends war ihre Interpretation von In Memory des israelischen Geigers, Dirigenten und Komponisten Shlomo Mintz, der zugleich als Präsident der Wettbewerbsjury fungierte.
Ihre Interpretation war tief ausdrucksvoll und introspektiv, mit einem warmen, singenden Ton und bemerkenswerter emotionaler Kontrolle – die Musik entfaltete sich wie eine stille musikalische Erzählung.
Kimias Darbietung zeichnete sich durch künstlerische Reife und Aufrichtigkeit aus und hinterließ sowohl bei der Jury als auch beim Publikum einen starken Eindruck. Dadurch qualifizierte sie sich für die Finalrunde des Wettbewerbs.
Im Finale interpretierte Kimia Vivaldis Violinkonzert Nr. 2 g-Moll, op. 8, ‘Sommer’ aus Die vier Jahreszeiten gemeinsam mit dem Anima Musicae Chamber Orchestra.
Sie spielte mit Präzision, Brillanz und rhythmischer Vitalität, während die lyrischen Passagen eine dramatische Intensität offenbarten, die den stürmischen Charakter des Konzerts widerspiegelte. Die Darbietung wurde vom Publikum mit begeistertem Applaus aufgenommen.
Am Ende des Wettbewerbs wurde Kimia mit dem dritten Preis sowie einem Sonderpreis für die beste Interpretation von ‘In Memory’ von Shlomo Mintz ausgezeichnet.
Ihre Teilnahme am Ilona-Fehér-Internationalen Violinwettbewerb war nicht nur ein bemerkenswerter Wettbewerbserfolg, sondern auch ein wichtiger künstlerischer Meilenstein. Alle Runden wurden live von The Violin Channel übertragen, sodass ein internationales Publikum den Wettbewerb in allen Phasen mitverfolgen konnte.
Kimia Corke, Schülerin des Professional Programme der Zakhar Bron School of Music, trat der Schule im Jahr 2021 bei und studiert seitdem bei deren Gründerin und leitender Geigenlehrerin Liana Tretiakova. Obwohl sie in Genf lebt, reisen ihre Eltern jede Woche mit ihr nach Zürich zu ihren Geigenstunden und kehren noch am selben Tag wieder nach Hause zurück. Neben ihrem Unterricht in Zürich arbeitet Kimia in Genf auch mit der Geigenlehrerin Anica-Dumitrita Vieru.
Beim Wettbewerb wurde Kimia nicht nur von einer, sondern von zwei Geigenlehrerinnen unterstützt. Während der ersten Runde und des Halbfinales arbeitete sie intensiv mit der ZBSM-Geigenlehrerin Anica-Dumitrița Vieru.
Nachdem bekannt wurde, dass Kimia das Finale erreicht hatte, flog ihre Lehrerin Liana Tretiakova für einige Tage von Zürich nach Budapest, um sie in den letzten Tagen des Wettbewerbs zu unterstützen.
Kimias Erfolg beim Ilona-Fehér-Internationalen Violinwettbewerb markiert einen wichtigen Meilenstein auf ihrem künstlerischen Weg und spiegelt die engagierte gemeinsame Arbeit der jungen Geigerin und ihrer Lehrerinnen wider. Die Zakhar Bron School of Music gratuliert Kimia, Anica-Dumitrița und Liana herzlich zu diesem herausragenden Erfolg und wünscht ihnen weiterhin viel Inspiration und Erfolg auf ihrem musikalischen Weg.
Tags: Anica Vieru, Kimia Corke, Liana Tretiakova, Violinenwettbewerb
Kategorien: Musikwettbewerb Preisträger:innen